MCAS und Urtikaria – eine notwendige Einordnung
In den letzten Jahren ist der Begriff MCAS (Mastzellaktivierungssyndrom) im digitalen Raum stark präsent geworden.
Gleichzeitig beobachten wir, dass viele Menschen mit Urtikaria ihre Beschwerden vorschnell in diesen Zusammenhang einordnen.
WICHTIGER HINWEIS
Urtikaria ist eine eigenständige Erkrankung mit unterschiedlichen Ursachen.
Sie ist nicht gleichbedeutend mit MCAS.
Auch wenn es Überschneidungen in einzelnen Symptomen geben kann, bedeutet das nicht, dass automatisch ein Mastzellaktivierungssyndrom vorliegt.
Unsere Erfahrung aus der Urtikaria Beratung
Aus der langjährigen Arbeit mit Menschen mit Urtikaria zeigt sich:
In den meisten Fällen liegt kein MCAS vor.
Betroffene richten ihren Fokus dennoch frühzeitig auf diese Diagnose, häufig beeinflusst durch Informationen aus digitalen Räumen.
In unserem Workshop zeigen wir, wie solche Inhalte entstehen, welche Interessen dahinter stehen und wie sie kritisch eingeordnet werden.
Workshop ansehen
Warum eine vorschnelle Festlegung problematisch sein kann
Eine vorschnelle Fokussierung auf MCAS kann dazu führen, dass:
- andere mögliche Ursachen nicht ausreichend abgeklärt werden
- medizinisch notwendige Diagnostik verzörgert wird
- wertvolle Zeit verloren geht
In einzelnen Fällen haben wir erlebt, dass schwerwiegende Erkrankungen erst spät erkannt wurden, weil der Fokus zu lange auf anderen Erkrankungen lag. Wir raten daher konsequent davon ab, die Diagnostik in Richtung MCAS zu forcieren, so lange keine gründliche Abklärung erfolgt ist.
Wir distanzieren uns hiermit ausdrücklich von vielen Inhalten, die in Gruppen propagiert werden.
Insbesondere jedoch davon, dass MCAS mit GLP1 behandelt werden kann oder dass Urtikaria lediglich ein Symptom von MCAS sei.
Unser Ansatz
Wir empfehlen
- Urtikaria zunächst als eigenständige Erkrankung ernst zu nehmen
- notwendige medizinische Abklärungen konsequent durchzuführen
- Diagnosen nicht vorschnell festzulegen
Erst auf dieser Grundlage kann entschieden werden, ob weiterführende Fragestellungen – in Richtung MCAS – sinnvoll sind.
Einordnung von Informationen
Wir sehen, dass sich in digitalen Räumen unterschiedliche Sichtweisen und Interpretationen entwickeln.
Nicht alle davon sind fachlich gesichert oder für die individuelle Situation geeignet.
Unser Ziel ist es, hier eine unabhängige Einordnung zu ermöglichen und Fehlentwicklungen vorzubeugen.
Wenn Sie lediglich eine Bestätigung ihrer Vorannahmen aufgrund von Informationen aus digitalen Räumen erwarten, lehnen wir eine Beratung ab.
Abgrenzung
Wir sehen kritisch, dass in digitalen Räumen teilweise stark vereinfachte oder nicht ausreichend gesicherte Aussagen verbreitet werden.
Dazu zählen insbesondere Aussagen,
- dass Urtikaria als Symptom eines MCAS zu verstehen sei
- oder das bestimmte Behandlungsansätze als allgemein wirksam dargestellt werden, ohne dass hierfür eine ausreichende fachliche Grundlage besteht
Aus unserer Sicht ist eine solche Verkürzung fachlich nicht haltbar und kann Betroffene in ihrer Orientierung erheblich fehlleiten.